Alles ist Gott. Erkenne dies und sei frei.
Sri Balasai Baba
Alles, was uns auf unserem spirituellen Weg begegnet, sollten wir immer durch unser Herz filtern. Diesen Bezug zu uns selbst ernstzunehmen, ist enorm wichtig, denn Wege gibt es viele, aber nicht alles, was den einen Menschen anspricht, ist auch richtig für einen andern.
Eliana Fe
Seit meiner Kindheit befasse ich mich mit Fragen unseres Seins und unseres Ursprungs und seit der Kindheit war da ab und zu eine "Weite", die mich erfasste oder ein Zugang zu einem tiefen "Wissen", welches ich mir weder erklären, noch der kleinen Eliana zuschreiben konnte, sondern welches ich nur einer liebevollen höheren Macht – Gott - zuordnen konnte. Dieses "Wissen" oder diese "Weite" offenbarte sich, entweder wenn ich ruhig wurde und mir selbst eine Frage stellte, oder es war einfach plötzlich da, erfasste mich und veranlasste mich, dies oder jenes zu tun, z.B. mit jemandem zu reden, den ich gar nicht kannte. Bei solchen Handlungen oder Gesprächen empfand ich mich nicht als Gebende und Gesprächspartner nicht als Nehmende - diese Kategorien des Ich und Du gab es gar nicht - sondern da waren nur Liebe und Freiheit. Der bewertende Mind war nicht wahrnehmbar. Fragen stellten sich nicht. Alles war vollkommen klar und auch ganz natürlich, nichts Besonderes. Erst im Nachhinein kam das Staunen darüber und eine tiefe Dankbarkeit dafür. Ich wusste, dass all dies nichts mit meiner Person zu tun hatte.
Wenn ich damals diese – ich nannte sie - "höchste Seite in mir" eine Zeitlang nicht wahrnahm, so fragte ich mich, wieso ich nicht immer daraus handeln konnte. Dies wollte ich. Da war ich frei und glücklich, und da gab es nichts zu denken; alles war in Fluss. Und je mehr ich es wollte, desto weniger zeigte es sich. Zudem verstand ich nicht, wieso ich immer wieder dieses Geschenk der Weite und Liebe erhielt, es mir aber nie konkret bei der Lösung von Lebensproblemen und bei der Erreichung von gewünschten Zielen half, sondern nur meine Sicht darauf veränderte. Anders ausgedrückt wusste ich oft um den Sinn von Geschehnissen, konnte diese aber trotzdem als Mensch nicht so leicht akzeptieren, und ändern konnte ich sie schon gar nicht. Ich schloss damals daraus, eben nicht reif genug zu sein, denn reifen, hoch spirituellen Menschen würde dies ja nie geschehen: sie führen ein Leben in Fülle. Dies hatte ich mittlerweilen in der New Age-Literatur gelesen. Viele Jahre begleitete mich dieses Thema. Ich dachte damals, "wäre ich so weit, dass ich immer darin ruhen könnte, so gäbe es die Probleme meines Lebens nicht", und ich dachte damals auch, es gäbe vielleicht noch Blockaden in mir, die gelöst werden müssten. Ich beschreibe dies hier auch deswegen, da ich immer wieder auf ähnliche Vorstellungen bei sehr vielen durchlässigen und sensiblen Menschen stosse, welche glauben, sie müssten noch vieles in sich verbessern, um endlich ... Dabei ist mit ihnen alles in Ordnung und es geht nur darum, dies zu sehen und sich selbst so anzunehmen, wie sie sind mit allen sogenannten "unschönen" Seiten (Wer bewertet denn das?) und sich nicht auf diese zu beschränken.
Eine tiefe sprirtuelle Erfahrung im Jahr 1996, die Lektüre und Auseinandersetzung mit der Advaita Vedanta-Philosophie und den diesbezüglichen Versen von Sri Shankara (788-820 n.Chr.) und der Darshan mehrerer göttlicher Inkarnationen und Heiliger halfen mir sehr, dies alles zu klären. Unendlich dankbar bin ich Sri Mata Meera, in deren Darhsan ich zum allerersten Mal die unendliche Liebe und transformatorische Kraft einer göttlichen Inkarnation kennenlernte und deren stille Präsenz mich seit vielen Jahren immer wieder tief berührt. Ebenfalls unendlich dankbar bin ich Sri Balasai Baba, in dessen Ashram, in Indien ich - mit Unterbrüchen - circa zwei Jahre gelebt habe und den ich immer wieder gerne besuche. Seine Kraft, Weisheit und Liebe und Sein unnachamlicher Witz inspirieren mich immer wieder. In der wunderbaren Präsenz beider konnte vieles vertieft und manches losgelassen werden. Balasai Baba gab mir auch den Impuls zu seifrei.eu. Dankbar bin ich ebenfalls für die Darshans von Daskalos, Amma Amritanandamay Devi, Sri Satya Sai Baba, Swami Vishwananda und Swami Atmachaithanya.
Auf meinem ganzen spirituellen Weg war und ist es immer unabdingbar zu wissen, dass nur mein Herz alleine weiss, was gut für mich ist. Diesen Bezug zu sich selbst zu achten und aufrecht zu erhalten, rate ich allen spirituell Interessierten, denn Wege gibt es viele und nicht alles, was den einen Menschen anspricht ist auch richtig für einen anderen.
